Scheitern für die Entwicklung

Wir sehen meist nur die guten Seiten eines Menschen im Außen. Im Strahlen, im Lächeln, beim feiern, im Urlaub. Zufrieden und glücklich. Sich im Erfolg badend. Denn das ist amtlich und gesellschaftlich sehenswert. Doch die Realität ist häufig eine Andere – jedoch zutiefst menschlich.

Auch Scheitern gehört zur Entwicklung. Und wenn nicht gerade Mama und Papa oder Opa eine fertig funktionierende Firma oder ein dickes Erbe hinterlassen haben, ja und auch dann… gehen Existenzen in der Regel durch Lernprozesse mit Höhen, Etappenzielen aber auch mit vielen Tiefen und Niederlagen, Problemen und tiefen Abgründen. Zumeist überwiegen die Tiefschläge über die kleinen Erfolge, bis sich annähernd eine Stabilität abzeichnet – und auch dann sind weiterhin Entwicklungen nötig, um Bestand zu haben im Wandel der Zeiten. Denn Leben ist Bewegung. Stillstand ist Tod.

“Wenn du bis zum Hals in der Scheiße steckst, solltest du den Kopf nicht hängen lassen” – diesen Satz hörte ich erst kürzlich von einer Freundin. Ja das ist wohl richtig im wahrsten Sinne des Wortes. Denn gerade dort am Tiefpunkt, wenn es augenscheinlich nicht mehr weiter nach unten geht, sind große Entwicklungsschritte und Transformationen in eine gute, oft neue Richtung möglich. Wichtig ist nur, wieder aufzustehen und weiter zu gehen, auch gegen den Widerstand. Denn Niederlagen prüfen unsere Geschicklichkeit, Anpassungsfähigkeit, unsere Persönlichkeit, unser Durchhaltevermögen. Zum Erfolg gehört auch eine permanente Persönlichkeitsentwicklung. Mit stehen bleiben und nichts tun ist man schlecht beraten.


Gerade jetzt in einer Zeit des totalen Umbruchs und Krieges ist scheitern an der Tagesordnung und wir müssen vieles neu denken. Entgegen maximalen Widerständen weiter machen.


Neue Ideen, neue Wege müssen her. Alte, unbrauchbare Verbindungen gecuttet und neue aufgebaut. Altes gänzlich losgelassen. So können sich die Karten neu mischen. Das ist Arbeit, die uns durchaus an unsere Grenzen bringen kann. Und darüber hinaus. So erweitern wir unsere Komfortzonen. Doch das ist zuweilen notwendig. Ein gewisser Leidensdruck erzeugt Handlungskraft.


Wenn du es dann geschafft hast, deinen Karren aus dem Dreck zu ziehen, bist du stärker und weiser als zuvor. Kannst anderen mit deinem Beispiel, deinem Scheitern und Aufstehen Mut machen – das auch Unmögliches möglich ist. Dieses ehrliche Wissen aus den Schatten heilt mehr als jedes oberflächliche Schönreden des vermeintliche Erfolgs.


So begrüße auch dein Scheitern, es gehört zum Mensch-Sein. Schau es in seiner Tiefe und seinen Schmerz an, was es dir zeigen möchte. Lerne, setze notwendige Schritte um und gehe weiter den Weg deiner Berufung. In die Selbstermächtigung, in die Selbstverantwortung, auf deinen ganz eigenen Weg.


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